
Was Du von Jung & Machiavelli lernen kannst!
Wenn Du genau hinhörst…
Ein persönliches Wort vorab
In den letzten zwei Jahren habe ich tief gegraben – tiefer als jemals zuvor. Nicht in Datensätzen, nicht in Frameworks, sondern in der unsichtbaren Innenwelt der Führung. Die Ergebnisse dieser Forschungs- und Beratungstiefe fließen derzeit in mein neues Buch mit dem Arbeitstitel:
Wo Führung aufhört – und etwas Größeres beginnt
Ein Buch über die Schattenräume der Macht. Über Selbstsabotage im C-Level. Über die Psychologie des Unausgesprochenen. Und über die Frage: Was passiert, wenn Transformation nicht an Prozessen, sondern an der Psyche derer scheitert, die sie verantworten?
Die Themen, die ich dort verarbeite, kommen nicht aus der Theorie. Sie kommen aus über 100 intensiven Coaching-Sessions mit Führungskräften, die sich – oft im Angesicht des eigenen Scheiterns – auf eine Reise nach innen begeben haben. Viele von ihnen hatten alle Tools, Ressourcen und Mandate, die man sich wünschen kann. Und dennoch: Sie verloren Einfluss. Orientierung. Vertrauen.
Warum?
Weil sie – wie so viele – nur nach außen geführt haben. Aber nie nach innen. Und weil sie die Realität des Machtsystems, in dem sie agierten, entweder unterschätzten oder moralisch verklärt haben.
Diese Erkenntnisse sind der Grund, warum ich mich in meiner Arbeit – und in diesem Newsletter – immer stärker mit der Verbindung von Tiefenpsychologie und politischer Führung beschäftige.
Das Video „Jung meets Machiavelli“ war für mich ein Auslöser
Das verlinkte Video bringt es exakt das auf den Punkt, was ich selbst seit Jahren erlebe:
- Führung ist kein Planspiel – sondern ein psychopolitisches Drama.
- Wer die Bühne nicht versteht, wird zur Figur im Stück anderer.
- Wer seinen eigenen Schatten ignoriert, wird von ihm regiert.
- Und wer Machtdynamiken tabuisieren will, verliert sie an andere.
Aus dieser Perspektive heraus ist dieser Newsletter entstanden. Er ist mehr als ein Impuls – er ist ein Stück meines aktuellen Forschungsprozesses. Und sicher auch ein kleiner Spoiler dessen, was dich in „Down The Rabbit Hole“ erwartet.
Und nun: Bühne frei.
Jung links. Machiavelli rechts. Du in der Mitte.
Viel Vergnügen – und trag feuerfeste Unterwäsche.
Wenn Dein Transformationsteam heimlich zündelt
„Transformation“ klingt super. Modern. Notwendig. Vielleicht ein bisschen sexy.
In der Realität? Ein zähes Ringen um Einfluss, Identität und psychologische Selbstverteidigung. Denn während Du Deine Organisation neu aufstellst, Dich durch Sprints und Tribes moderierst, brennt Dir innerlich längst der Kittel.
Du lächelst in die Kamera – und fragst Dich abends: Bin ich hier eigentlich noch Entscheider – oder schon Maskottchen meines eigenen Projekts?
Die Wahrheit ist unbequem: Viele Transformationen scheitern nicht am Markt, an der Technologie oder am Budget – sie scheitern an Dir. Oder genauer: an den Teilen in Dir, die Du nicht sehen kannst oder willst. Dein Schatten (C.G. Jung lässt grüßen) und Dein verklemmtes Verhältnis zur Macht (danke, Niccolò).
Der typische Ablauf:
- Du startest mit Euphorie: „Let’s disrupt ourselves!“
- Erste Friktion: „Wieso macht das Team nicht mit?“
- Erste Rückfragen: „Wer hat eigentlich entschieden, dass wir Scrum brauchen?“
- Erste Lähmung: „Was, wenn ich gar nicht mehr gebraucht werde?“
Transformation wird zur Tarnkappe für Identitätskrisen in Chefetagen. Und während du versuchst, „alle mitzunehmen“, verlierst du dich selbst.
Zwei alte Meister und ein brennender CEO
Carl Gustav Jung: Der Schatten als heimlicher Projektleiter
Jungs These ist einfach – und brutal ehrlich:
„Solange du das Unbewusste nicht bewusst machst, wird es dein Leben bestimmen – und du wirst es Schicksal nennen.“
Heißt: Deine Transformation wird sabotiert – von Dir selbst. Und zwar von den Teilen, die Du nicht sehen willst: Angst vor Bedeutungslosigkeit, Kontrollverlust, Austauschbarkeit.
➡️ Das nennt man dann Schatten. Der äußert sich z. B. so:
- Du mischst Dich in Entscheidungen ein, obwohl Du „delegieren“ willst.
- Du kontrollierst KPIs obsessiv – angeblich „aus Interesse“.
- Du verlierst nachts den Schlaf, weil Dir Deine Rolle entgleitet.
Herzlichen Glückwunsch. Willkommen im Schattenmanagement.
Niccolò Machiavelli: Die Macht ist kein Schimpfwort
Machiavelli war kein Zyniker. Er war Realist. Er wusste: Wer Transformation gestalten will, muss Macht verstehen. Nicht ausüben wie ein Diktator – sondern orchestrieren wie ein Stratege.
„Ein kluger Fürst darf sich nicht an das halten, was sein soll, sondern an das, was wirklich ist.“
Heißt konkret:
- Du brauchst Allianzen, keine Fanclubs.
- Du brauchst Klarheit, nicht Konsenskultur.
- Du brauchst Einfluss, nicht Idealismus.
Ohne Machiavelli wird Transformation zur moralisch sauberen, aber wirkungslosen Selbsthilfegruppe.
Durch Schattenarbeit & Machtbewusstsein zurück ins Spiel
Jetzt Butter bei die Fische.
Der Fall: Ein CEO am Rand der Implosion
IT-Branche, 480 Mitarbeitende, seit 18 Monaten in der agilen Transformation. Offiziell: alles im Flow. Inoffiziell: Burnout, Kündigungen, #AgileWarGestern auf Slack.
Der CEO – 25 Jahre im Unternehmen, früher visionärer Gestalter, heute eher ratloser Bremsklotz – spielt Transformationstheater: Buzzwords top, Boardstruktur flop.
Sein Schatten? Die Angst, überflüssig zu werden. Sein Reflex? Sich einmischen, kontrollieren, verzögern – aus „Verantwortungsgefühl“.
Schritt 1: Der Weg nach innen (Jung)
- Nach einem #FlipchartSparring kam der Durchbruch: „Ich habe Angst, in dieser Transformation keine Bedeutung mehr zu haben – das ist mein Thema, nicht eures.“
- Wir arbeiteten in der Folge mit Archetypen, Biografiearbeit, Schattenkonfrontation.
- Ergebnis: Aus der Rolle des „verdeckten Saboteurs“ wurde ein sichtbarer Führender.
Schritt 2: Der Weg nach außen (Machiavelli)
- Wir kartierten die informellen Machtachsen im Unternehmen.
- Der CEO formulierte ein klares Machtbekenntnis: „Ich führe. Nicht für Applaus. Sondern für Wirkung.“
- Er setzte gezielt Macht – durch Delegation, Rückendeckung, Eskalation. Und siehe da: Die Kultur begann, sich zu bewegen.
Das Ergebnis:
- Zwei Schlüsselkräfte kamen zurück.
- Das Führungsboard rekonstituierte sich.
- Die Transformation wurde entmystifiziert – und wirksam.
Sein Zitat beim Abschluss-Workshop:
„Ich dachte immer, Macht sei schmutzig. Heute weiß ich: Sie ist notwendig. Und mein Schatten? Mein bester Lehrer.“
FAZIT – Dein Weg durch den Kaninchenbau
Transformation ist kein Toolset, sondern ein Theaterstück. Mit Dir als Regisseur – oder als tragischem Held.
Wenn Du führen willst:
- Erkenne deinen Schatten (Jung).
- Verstehe und nutze die Bühne (Machiavelli).
- Und dann: Führe. Ohne Ausflüchte.
Denn sonst bleibt alles beim Alten – nur mit neuem Missionstatement im Intranet.
🔄 Reflexionsimpuls für Dich
- Wo projizierst Du auf andere, was Du bei Dir selbst nicht sehen willst?
- Wo verweigerst Du Macht – aus Angst, schuldig zu werden?
- Und wo brennt Dir längst der Kittel, obwohl Du noch ans Gelingen der „Transformation“ glaubst?
Wenn Du bereit bist, wirklich zu führen – dann: Komm. Ich halte Dir den Vorhang auf.
Du willst diesen Weg nicht allein gehen?
MEIN ANGEBOT:
Ein Gespräch ohne Filter, ohne Floskeln, ohne Visionsdiagramm.
Einfach reden – über das, was ist. Und darüber, wie man sich vielleicht traut, das zu tun, was noch keiner getan hat: Etwas ausprobieren.
👉 Spiegelarbeit statt Change-Workshops. 👉 Systemanalyse statt Worthülsen. 👉 Transformation als Selbstentwicklung.
☕ Buche eine Kaffeepause mit mir. Oder kommentiere. Ich lese es mit Freude. Und mit einem Schluck Espresso.










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